Die Ressourcen, die ein Individuum braucht, um eine Veränderung zu bewirken, sind bereits in ihm vorhanden.
Prämisse Nr.5 – Landkarte vs. Gebiet
Eine Landkarte ist nicht das dargestellte Territorium.
Prämisse Nr.6 – Wert des Individuums
Der positive Wert des Individuums bleibt konstant, während der Wert und die Angemessenheit des internen und/oder externen Verhaltens in Frage gestellt wird
Prämisse Nr.7 – Positive Absicht
Es gibt eine positive Absicht, die jedes Verhalten motiviert; und einen Kontext, in dem jedes Verhalten einen Wert hat.
Prämisse Nr.8 – Feedback vs. Misserfolg
Alle Ergebnisse und Verhaltensweisen sind Errungenschaften, unabhängig davon, ob es sich um erwünschte Ergebnisse für einen bestimmten Kontext oder eine bestimmte Aufgabe handelt, oder nicht.
Prämisse Nr.9 – Flexibilität
Wenn das, was Du tust, nicht funktioniert, tue etwas anderes, bis es funktioniert.
Klientenzentrierte Kommunikation
Das Konzept der nicht-direktiven, klientenzentrierten Kommunikation (a.k.a. „Gesprächstherapie“) nach Carl Rogers ist seit langem integrativer Bestandteil guter professioneller Gespräche.
Für Rogers ist das zentrale Merkmal, zu versuchen, dem Klienten eine klarere Sicht auf genau die für seine Problemstellung relevanten Einstellungen, Impulse, Gefühle und Gedanken und deren Akzeptanz zu verhelfen. Bedingungslose positive Wertschätzung, Empathie und Kongruenz des Coaches bildet hierfür die wirksame Grundlage. Mit diesem so gewonnenen Vertrauen kann sich der Klient neuen Handlungsoptionen öffnen.
Der Klient bleibt, selbst-ermächtigt, in seiner Verantwortung für die Lösung während der Coach durch tiefes Verstehen und Spiegeln der gewonnen Erkenntnisse dem Klienten die deutlich bewusstere Wahrnehmung und Akzeptanz zunehmend positiver Gefühle anregt.
Der Coach begleitet den Klienten mit größter Achtsamkeit bei der Lösungsfindung, hütet sich jedoch davor Ratschläge zum Inhalt oder Ablauf zu erteilen. Eine sinnvolle Einstellung ist hier ganz klar, die eines neugierigen Beobachters.
Menschlichkeit
Menschlichkeit bezeichnet für mich: im täglichen Miteinander respektvoll kommunizieren und Gefühle achtsam wahrnehmen – bereit zum kreativem Ausprobieren bei selbstverständlicher Akzeptanz für gelebte Individualität und das Unperfekte (manchmal Vielschichtig-Ambivalente). Damit begegnen wir uns, jeder sich selbst, als Mit-Mensch.
Joseph Collard
Im Februar 2018 durfte ich eine wunderbar beeindruckende Erfahrung genießen: Ich war Gast und staunender Zeuge einer der hier seltenen Auftritte von Joseph Collard.
Er gehört definitiv zu den ganz besonderen Künstlern und großen Meistern der gelebten Kommunikation.
Als Pantomime – mit nur ganz wenigen Worten – ohne Requisiten; allein mit der Fähigkeit, in der Phantasie des Betrachters Bilder entstehen zu lassen, entführte er uns einen ganzen Abend durch die sekundenschnell wechselnden Rollen der von ihm beeindruckend klar differenzierten Charaktere.
Mit meiner herzlichsten Empfehlung möchte ich jeden, der sich für Kommunikation und Körpersprache interessiert, nahelegen, einen Auftritt von Joseph Collard unbedingt LIVE zu erleben.
Vier-Ohren-Modell
Das „Vier-Ohren-Modell“ ist eins der ersten Kommunikationsmodelle, die ich bereits in den 1990er Jahren kennenlernen durfte. Es besticht durch die pragmatische Nützlichkeit und gehört aus meiner Sicht zu den Klassikern, die vielleicht schon in der Schule Kindern und Jugendlichen beigebracht werden sollte.
Friedemann Schulz von Thun hat das Vier-Ohren-Model (auch unter „Nachrichtenquadrat“ bekannt) 1981 zusammengestellt und unterrichtet es bis heute in seinen Seminaren. Darüber hinaus hat es durchaus eine gute Verbreitung als „Selbstläufer“ gefunden, jedoch erinnern sich nicht viele Menschen im Alltag daran, ihre Kommunikation daran anzulehnen.
Er sagt dazu: „Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig.„
Der Sprecher sendet diese Äußerungen („mit vier Schnäbeln“) auf notwendigerweise allen vier Ebenen genau wie der Zuhörer alle vier Ebenen („mit vier Ohren“) empfängt:
- über den Sachverhalt, über den ich informiere („Sachinformation„)
- über etwas was ich von mir selbst preisgebe („Selbstoffenbarung„)
- über das wie ich unser Miteinander sehe („Beziehung„)
- über das was ich beim Gesprächspartner erreichen möchte („Appell„)
Hier Missverständisse zu vermeiden ist eher eine Idealvorstellung als die Regel, da die Botschaft des jeweiligen „Schnabels“ oft auf ein unpassendes „Ohr“ trifft: z.B. „Sachinformation“ auf „Appell“ oder „Selbstoffenbarung“ auf „Beziehung“. Somit sind beide, Sprecher und Zuhörer, zuständig und verantwortlich eine gelungene Kommunikation bewusst aktiv und respektvoll zu gestalten.
